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Evangelisch-Freikirchliche
Gemeinde "Bethel" |
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Psalm 62, 2 „Was ist noch zu
erledigen?“ Ein Mitarbeiter auf einer Jugendfreizeit kam
ständig mit diesem Satz. Es ist ja wunderschön, wenn
sich die Mitarbeiter nicht verstecken, wenn man sie nicht erst zur
Mitarbeit überreden muss, sondern wenn sie so von sich aus
nach Arbeit fragen. „Und, was ist noch zu
erledigen?“ Als ich diesen vorbildlichen Mitarbeiter
beruhigen wollte, weil ja schon alles getan sei, zog er
ärgerlich los. Hatte er nun den Eindruck, dass er nicht
gebraucht würde? Doch das war wohl nicht sein Problem. Er
hatte die große Sorge, es könnte trotz aller
Vorbereitung dennoch etwas schief gehen, oder einfach nur nicht
ausreichend gut gelingen. Diese bohrende Angst war ihm nicht zu nehmen.
So langsam sah ich meinen eifrigen Mitarbeiter aus einem anderen
Blickwinkel. Ich war nicht mehr dankbar, sondern eher besorgt. Nur um meinen Mitarbeiter? Kenne
ich diese bange Frage nicht auch? „Was ist noch zu
erledigen?“ Eigentlich ist immer noch etwas zu erledigen. Die
Arbeit hört nie auf. Nicht nur in meinem Beruf gibt es kein
Plansoll. Ich habe immer diejenigen mit einer fest umrissenen
Arbeitsnorm beneidet. Sie wissen irgendwann, dass sie mit gutem
Gewissen das Tagwerk beenden können. Alles erledigt. Nicht nur die Arbeit scheint
unaufhörlich. Es gibt so viel Tätigkeiten, in denen
erreicht man anscheinend Garnichts. Wie viele Menschen engagieren sich
in Bereichen, in denen es so gut wie keine Erfolgserlebnisse gibt.
Schon immer bewundere ich diejenigen, die sich um suchtkranke Menschen
kümmern. Aber auch jene nötigen mir Respekt ab, die
aufopferungsvoll Angehörige oder Fremde pflegen. Und all das
geschieht mit sehr hohem Einsatz, ohne dass je eine Besserung zu sehen
wäre. Wie viel wurde schon von Menschen
getan, ohne dass es anscheinend etwas gebracht hätte. Denken
wir nur an Mutter Theresa: Konnte sie die Not in Kalkutta wirklich
lindern? Oder ist die soziale Frage tatsächlich
gelöst? Wird die Schere zwischen Arm und Reich nicht doch
immer größer. Ist die Welt nach dem Ende des
Ost-West-Konfliktes gerechter geworden? War es überhaupt
möglich die negativen Auswirkungen der Globalisierung auch nur
ein wenig abzumildern? So häufig gibt es mehr
Gründe zur Resignation, als zu frohem Optimismus –
oder eben der Aktionismus. Im Großen aber auch im Kleinen ist
dies so. Die Nöte um uns herum, die Sorge, so wenig zu
erreichen, die Angst zu versagen, die Ansprüche, die andere an
uns haben: all das kann zu einem gnadenlosen Antreiber werden, zu einer
Quelle eines permanent schlechten Gewissens. Doch stimmen unsere
Maßstäbe tatsächlich? Was oder besser wer
entscheidet denn, ob ein Ziel erreicht ist? Wer sagt mir denn, ob ich
mein Bestes gegeben habe? Wer weiß denn überhaupt,
was mein Bestes ist? Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe, denn
von Ihm kommt meine Hoffnung. Nicht Leitfertigkeit, sondern die
Gelassenheit, die von Gott kommt, wünsche ich jedem, der noch
etwas zu erledigen hat.
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